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7 Großbilder der Heidelberger Bilderhandschrift



Warum die Zahl Sieben?

Die Zahl 7 wird im Sachsenspiegel ebenfalls als heilig benannt. Das Jahr 7 war das Jahr der
Freilassung und nach 7 mal 7 Jahren kam das 50. Jahr, das war das Jahr der Freuden, da
musste jedermann frei, ob er wollte oder nicht (Landrecht 3/42§4)

Bilder der Darstellung am Standort Teich von links nach rechts.

1. und 2. Figur (Ldr. 3/27)


(Infolge eines Ehehindernisses nichtige Ehe)
Welche Kinder die Scheidung ihrer Eltern an ihrem Recht nicht schadet.
Wer unwissentlich eine Frau zur Ehe nimmt, die er zur Ehe nicht nehmen durfte, und Kinder
mit ihr hat, werden die Eltern zurecht geschieden, so schadet dies den Kindern an ihrem Recht
nicht – weder den Kindern, die vor der Scheidung geboren sind, noch dem Kind, mit dem die
Mutter schwanger geht. (Geistlicher der die Ehe scheidet und größeres Kind sind nicht auf dem Bild)

3. und 4. Figur (Ldr. 3/63§1)


Der König Konstantin verlieh dem Papst Sylvester zu dem geistlichen das weltliche Gewette
von 60 Schilling, um alle diejenigen gefügig zu machen, die Gott nicht mit ihrem Leibe büßen
wollen, indem man sie an ihrem Vermögen dazu zwingt. In dieser Weise sollen weltliches
und geistliches Gericht zusammenwirken, damit man, was dem einen Widerstand leistet, mit
dem anderen dazu zwinge, gehorsam zu sein und die Pflicht dem Recht gegenüber zu erfüllen.

5. und 6. Figur ( Lehnrecht 17)


Wenn der Herr das Gut eines Mannes in Gegenwart dessen, der das Gut zu Lehen hat, jedoch
ohne dessen Widerspruch anderweitig verleiht, so kann der Mann an dem Gut, das bisher sein
Lehen war, kein Recht mehr geltend machen.
Auf dem Bild fehlt der Herr, der neue Lehnsmann greift die Ähren (dritter Arm) bezeichnent
für das Gut, die hochgehaltenden beiden Hände veranschaulichen den bekannten
Belehnungsakt.
Der bisherige Besitzer des Lehens verzichtet auf den Widerspruch, indem er sich den Mund
zuhält. (Unfähigkeitsgestus durch den Herrn angedeutet)

7. Figur (Ldr. 3/26§2)


Vor einen auswärtigen Gericht verantwortet sich kein Schöffenbarfreier durch Zweikampf. Er
muß sich aber in dem Gerichtsbezirk verantworten, indem sein Stammgut liegt.
Der Zweikämpfer (Berufskämpfer) – Auffallend sind der kleine Schild und das
Riesenschwert. Ob hier schon eine leise Ironie gegenüber dem Gottesurteil des
Zweikampfes liegt, dessen Ende als prozessuales Beweismittel zur Zeit der Entstehung der
Bilderhandschriften des Sachsenspiegels bereits nahegerückt ist? (Beklagter und Richter sind
nicht auf dem Bild)