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Die Geschichte von Reppichau


1156

Am 28. Dezember 1156 wurde Reppichau das erstemal schriftlich erwähnt. Zum Erstenmal erschienen "Eico und Arnolt von Ripechowe" als Zeugen auf dem Landgericht, das Markgraf Albrecht der Bär in Wörbzig abgehalten hat.

13. Jahrhunderts

Ende des 13. Jahrhunderts gab es noch sorbische Einwohner in Reppichau;
Gemeindeangelegenheiten führte ein Supan = Senior

1362

1362 gehört Reppichau kirchlich zum Banne Kothenensies des Erzbistums Magdeburg.

1464

Um 1464 wohnten 12 Vollbauern (Hüfner) in Reppichau.

1547 - 1549

In den Jahren 1547 - 1549 wurde das Anhalt-Dessauische Landregister aufgestellt, in dem die Städte und Dörfer genau beschrieben werden, so auch Reppichau. Neben dem Pfarrer war die wichtigste Person für das Dorf der Richter Hans Czipke, der Haus und Hof, 1 ½ Hufen Landes und die Richterwiese zu zwei Fudern als freies Mannlehen erblich von der Herrschaft erhalten hatte. Er war also Erbschulze. Eine weitere Hufe hatte er von der Dessauer Pfarre in Pacht. Der Richter war zugleich Schankwirt. Er durfte nur Dessauer Bier verzapfen und zahlte für das Schankrecht jährlich zwei Gulden an Bierzins.

1547 - 1549

In Reppichau wohnten in dieser Zeit:

  • ein Erbrichter
  • 11 Hüfner
  • 3 Halbhüfner
  • 10 Kossathen

1557

Die Reppichauer Pfarrei besaß 1557 5 Hufen Acker = 150 Morgen, 1 gute Wiese und eine Holzmarke. Der ehemalige Kirchenverband erstreckte sich über Reppichau und Rosefeld als Filiale.1613 wurde die Reppichauer Pfarrei zur Mosigkauer Pfarrei gelegt.

1702

Der Fürst lässt 1702 die Ackerflächen neu vermessen, wobei diese um ein Drittel verkleinert werden und dieses Drittel an den Fürsten fällt. Die Bauern bekommen das Angebot das verlorene Drittel ihres Ackers wieder zurückzukaufen. Nur wenige Bauern konnten die ganze bzw. teilweise Ackerfläche zurückkaufen.

1822

Der Herzog bewilligt im Februar 1822 den Neubau der Kirche in Reppichau. Ursprünglichwar nur eine Reparatur des Kirchengebäudes vorgesehen. Aber die Kirchengemeinde Reppichau war für einen generellen Neubau der Kirche, da dies billiger wäre als die Reparatur alle paar Jahre.

1822/23

Im Winter 1822/23 begann man, Materialien zum Neubau der Kirche anzufahren. Die
Bauausführung lag in den Händen von Maurermeister Eckstein und Zimmermeister Jans aus Dessau.

20.9.1823

Am 20.9.1823 war der Neubau der Kirche fertig. Die Kosten beliefen sich auf 3200 Taler,wozu die Gemeinde 1000 Taler beisteuerte. Die Landeskirche beglich den Rest. An demGiebel der neuen Kirche ist beim Bau ein steinernes Kreuz, das die Jahreszahl 1335 trägt,eingemauert worden. Der Turm bekam eine Erhöhung

05.10.1823

Am 05.10.1823 wurde die Einweihung der Kirche durch Superintendanten Ludwig de Marècs vorgenommen, Schullehrer Elze zog mit der Schuljugend singend (100. Psalm) von der Schule her in die mit Blumen reichlich geschmückte Kirche. Nach der Öffnung der Kirche wurden mehrere Liedstrophen gesungen und Pfarrer Herrklotsch hielt den Gottesdienst. Dann stieg der Superintendant Ludwig de Marecs auf die Kanzel und sprach über die Worte 1.Buch Mose 28,17. Zusammen mit dem Pfarrer feierte der Superintendant das heilige Abendmahl.

1830

1830 - 70 Häuser und 433 Einwohner in Reppichau

1836

Der Altar der Kirche wurde 1836 von der Ehefrau des Anspänners Philipp Leidel aus
Dankbarkeit über die Genesung ihrer einzigen Tochter von einer schweren Krankheit gestiftet.

1842

1842 - 74 Häuser - 449 Einwohner - 207 männliche Einwohner - 242 weibliche Einwohner

22.06.1845

Die Kirche bekommt eine eigene Orgel, gebaut von Hoff, Dessau nach dem Töpferschen
System, das auf Verwendung einer großen Windmasse beruhte. Einweihung
am 22.06.1845 -Kosten 450 Reichstaler.

1848

Laut Kaufbrief mit Siegel und Unterschrift des Herzoglichen Justizamtes Dessau vom Jahre 1848 wurde das Dorfgut Selchov, welches an Eikes Hof grenzte, zum Verkauf angeboten. 28 Kossaten kauften das Gehöft mit Stallungen, Garten, 150 Morgen Land und teilten sich die Besitzungen untereinander auf. Das hatte Auseinandersetzungen mit den reicheren Bauern zur Folge. Es kam zur sogenannten "Sensenschlacht". Die Kossaten erhoben Protest in Dessau. Der Herzog war "zahmer" und gab den Kossaten recht. Der Bürgermeister Kilian wurde abgesetzt.

2.11.1848

Am 2.11.1848 provozierte der Kossath Christoph Elze für sich und im Namen der übrigen Kossathen zu Reppichau auf Entschädigung für die durch das Gesetz vom 10. Oktober 1848 aufgegebene Wiesenhütung, welchem Antrage die damalige Herzogliche Generalkommissionim Separations- und Ablösungssachen mittels Rescricts d.d. Dessau den 4.11.1848 stattgaben und zugleich den unterzeichneten Spezialkommissarius Dr. Scirtenius zu Dessau mit Bearbeitung dieses Verfahrens beauftragte.

1849

1849 Wurde die Separationskarte durch Conducteur Ohlemann erstellt

20.11.1858

Der Anspänner Ludwig Nagel bekommt am 20.11.1858 von der Herzoglichen Anhaltischen Regierung die Konzession zum Betrieb der errichteten Ziegelei

1864

Der Reppichauer Müller, August Ehrenberg, bekam 1864 die Genehmigung von der
Anhaltischen Regierung, die errichtete zweite Windmühle im Dorf zu betreiben.

1867

1867 - 90 Häuser und 572 Einwohner in Reppichau

1871

Die kleine Glocke der Kirche zu Reppichau zerspringt 1871 beim Trauerläuten für den
verstorbenen Herzog Leopold Friedrich und wird später umgegoßen.

1871

1871 - 99 Häuser und 585 Einwohner in Reppichau

20. Oktober 1883

Der Ortsschulze Wilhelm Donath hatte am 20. Oktober 1883 2 Morgen Acker vom
Ziegeleibesitzer Lebrecht Naumann zur Benutzung eines neuen Friedhofes auf der
sogenannten Nachtheide für 1330 Mark für die Gemeinde gekauft, jedoch vorbehaltlich der Genehmigung des Gemeinderats. Sämtliche Mitglieder erklärten ihre volle Zustimmung. Zur Bezahlung des neuen Friedhofes wurde beschlossen 450 Mark aus der Gemeindekasse, dienoch fehlenden 900 Mark vom Ortsschulzen Donath leihweise zu übernehmen und bis zur Rückgabe des Capitals, vom 1. November d. J. mit 4 ½ % jährlich zu verzinsen.

11.10.1890

28 Reppichauer Bürger gründen am 11.10.1890 die Freiwillige Feuerwehr.

1900

1900 - 110 Häuser und 572 Einwohner

21.12.1901

Zur Unterstützung der Errichtung des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig wurde vom
Gemeinderat am 21.12.1901 ein jährlicher Betrag von 3 Mark bewilligt.

4. Juli 1912

In Reppichau gründen 40 Bauern unter Vorsitz von Albert Donath, Franz Elze und Gustav
Steuer am 4. Juli 1912 eine Dampfmolkerei-Genossenschaft die tägliche Milchleistung
betrug 1100 Liter . Im Jahr 1930 kam es zum Leitungswechsel. Unter der neuen Leitung
wurden verschiedene Umbauten und Verbesserungen ausgeführt, so daß die Molkerei
mustergültig und mit den modernsten Maschinen eingerichtet wurde. Die Zahl der
Genossenschaftler betrug 170 sowie 18 Pflichtlieferanten.

Die jährliche Anlieferung belief
sich auf 1 ½ Millionen Liter Milch. Die Verarbeitung konnte auf Grund der modernen
Maschinen bis zu 2 ½ Millionen Liter gesteigert werden. Die Neuerung auf dem Gebiet der Milchwirtschaft wirkte sich für die Genossenschaft positiv aus. Unter der fachkundigen Führung des Verwalters erhielt die Molkerei auf den Reichsnährstandsausstellungen erste und zweite Preise für Butter. Durch gute Produkte mit gleichbleibender Qualität bekam die Molkerei das Zuverlässigkeitszeugnis von der Deutschen Milchwirtschaftlichen Hauptvereinigung.

1912

1912 - 587 Einwohner in Reppichau

1916

1916 Die Nachfolgerin der 1871 zersprungenen kleinen Glocke, wird eingeschmolzen.

1925

1925 An den Ausgängen des Ortes müssen Tafeln angebracht werden, mit der
Aufschrift "Dorf Reppichau, Kreis Dessau, Freistaat Anhalt".

1925

1925 - 639 Einwohner in Reppichau

18.06.1934

Am 18.06.1934 Anbau des Eike-von-Repgow-Denkmales am Turm (Denkmal in Form einer mittelalterlichen Grabplatte von Wolf Müller in Bernburg).

23.06.1934

Am 23.06.1934 wird das Eike-von-Repgow-Denkmal eingeweiht. An der Feier "700-Jahr zum Gedächtnis Eike von Repgows" nahmen mehrere hohe Persönlichkeiten teil: Reichsjustizminister Dr. Gürtner, Reichsstatthalter Loeper, Staatsminister Dr. Freyberg. Staatsminister a. D. Dr. Müller, Dr. Rammelt, der württembergische Justizminister Schmid und Reichsgerichtspräsident Bumbke.

1937

1937 637 Einwohner in Reppichau

1938

1938 Die Molkereigenossenschaft Reppichau, zu der 170 Genossenschaftler gehörten, hielt ihre Versammlung ab. Durch die Nähe der Großstadt Dessau, die eine großzügige
Milchversorgung benötigte, waren kleinere Molkereien des Landkreises gezwungen, ihren
Betrieb einzustellen. Das traf auch für Reppichau zu. Die Orte Elsnigk, Kleinzerbst, Susigke und Chörau, die ihre Milch nach Reppichau gebracht hatten, mußten sie nun an die Großmolkerei Dessau liefern. Die hiesige Molkerei wurde aufgelöst, die Gebäude und
Maschinen wurden verkauft.

1948

1948 Die Sportgemeinschaft Reppichau beschloß die Bildung der Sparte Fußball. Die
Sportler errichteten einen Sportplatz und bauten einen massiven Umkleideraum aus eigener Kraft und aus eigenen Mitteln.

1956

1956 Eine Konsumverkaufsstelle wurde eröffnet. - Die Grundeinheit der GST (Gesellschaft für Sport und Technik), Sparte Reitsport, gestaltete den alten Sportplatz am Schlippenweg zu einem Reitplatz um.

1958

1958 Reppichauer Jugendfeuerwehr gegründet durch Richard Gerhard.

12. August 1958

Am 12. August 1958 wurde die LPG "Neuer Weg" Reppichau, Typ I, gegründet. 40
Wirtschaften schlossen sich zur LPG zusammen.

Juni 1959

Vom 26. Juni bis 29. Juni 1959 800-Jahr-Feier in Reppichau. Zum 800-jährigen Bestehen des Eike-von-Repgow Dorfes reiste die Ministerin der Justiz, Frau Hilde Benjamin, an. Sie hielt die Festrede, in der sie die historische Entwicklung Reppichaus würdigte. Der Festumzug stellte die geschichtlich wichtigsten Zeitabschnitte der 800 Jahre Dorfvergangenheit dar, unter anderem die Zeit der Bauernkriege, der Schlesischen- und der Befreiungskriege.

Größtes Lob fand das von Dr. Walter Pflug in den Schulräumen zusammengestellte bäuerliche Museum unter der Thematik: "Reppichau gestern - heute - morgen." Die kulturhistorische Ausstellung umfaßte: die früheste Ausgabe des "Sachsenspiegels", alte Bibeln, ein Spinnrad aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und anderes mehr. Die Schüler der 4. Klasse hatten ihr Dorf originalgetreu aus kleinen Holzhäuschen aufgebaut. Das 800-jährige Dorfjubiläum endete mit einem gemütlichen Dorfabend, an dem auch die Bevölkerung aus den Nachbardörfern teilnahm.

1984

In Vorbereitung des Waldfestes 1984 in Verbindung mit dem 825-jährigen bestehen von
Reppichau, fasste die Volksvertretung den Beschluss, die Schulstraße in Eike-von-Repgow- Straße umzubenennen.

4. Juli 1984

Zeitungsbericht "Freiheit" vom 4. Juli 1984 - "Zwar ist er vor 750 Jahren gestorben, doch führte er am vergangenen Sonntag hoch zu Roß und mit dem "Sachsenspiegel" unterm Arm den Festumzug des 8. Reppichauer Waldfestes an. Eike von Repgow, Verfasser des wichtigsten Rechtswerkes im Mittelalter, am Wochenende dargestellt von Ingolf Keller, dem Vorsitzenden des Jugendklubs.

Eike von Repgows 750. Todesjahr war - verbunden mit der 825-Jahr-Feier der kleinen Gemeinde - den Reppichauern Anlaß, ihrem traditionellen Waldfest diesmal einen besonders attraktiven und bunten Rahmen zu geben. Ausgesprochen hilfreich griffen dabei die Landestheater Halle und Dessau sowie das Leipziger Schauspielhaus die aus ihrem Kostümfundus bereitwillig zahlreiche Prunkstücke zur Verfügung stellten, den Bürgern der Gemeinde unter die Arme. So konnten 100 Trachten aus allen zeitgeschichtlichen Epochen den Festumzug am Sonnabend bereichern.

Aber nicht nur diese originelle Einlage machten das Reppichauer Waldfest zu einem Erlebnis für Tausende Besucher. Das ganze Dorf hatte das Fest mit viel Enthusiasmus und Eifer vorbereitet. Und egal, ob Ringreiten, Kuchenbasar, Modenschau, Diskothek, Tanz, Preiskegeln und -schießen, Jugendhornblasen oder Kinderfest - alles fand großen Beifall. Ein Dank soll in diesem Zusammenhang an Gaststättenleiter Hort Remus ausgesprochen werden, der die Waldfestbesucher ordentlich und ideenreich versorgte. Allerdings haben die Reppichauer noch weitere Gründe, kräftig zu feiern. Immerhin haben sie im "Mach mit!" Wettbewerb gute Leistungen vollbracht. 95 000 Mark konnten an Eigenleistungen zur Erhaltung von Wohnraum abgerechnet werden.

Sieben Wohnungen älterer Bürger wurden renoviert, sechs Pflegeverträge abgeschlossen, und bei neun Straßen haben die Hausbrunnen ausgedient. Diese Straßen wurden an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen. Übrigens Höhepunkt des Wochenendes war sicher die Umbenennung der Reppichauer Schulstraße in Eike-von- Repgow-Straße, eine Würdigung des mittelalterlichen Rechtsgelehrten, dessen Denkmal in Reppichau noch heute besucht werden kann."

1990

1990 Die Kirche bekommt zwei neue Fenster auf der Ostseite, hinter dem Altar. Die Fenster wurden durch den Akener Kunstglaser Werner Gottschalk hergestellt.